Suche
Übersicht    Drucken    Schriftgröße
Sie sind hier  Geschichte  Das Gesellschaftshaus

Das Gesellschaftshaus

Das Gesellschaftshaus war der Ort der Gemeinschaft der in der Anstalt lebenden und arbeitenden Bevölkerung. Hier fanden Unterhaltungen und sonstige Veranstaltungen statt. Im Festsaal des Gemeinschaftsraumes wurden Weihnachtsfeiern und Faschingsbälle und die sonstigen Veranstaltungen durchgeführt.

Direktor Bastian beschrieb 1915 das Gesellschaftshaus folgendermaßen:
„Das von malerischen Föhrengruppen umrahmte Gesellschaftshaus dient – wie schon aus der architektonischen Gestaltung ersichtlich ist – zugleich profanen und kirchlichen Zwecken.

Den Mittelpunkt für erstere bildet der große, geschmackvoll ausgestattete Festsaal mit über 300 Sitzgelegenheiten. Seine vordere Schmalseite wird von der Bühne nebst Schnürboden und Ankleideräumen, die Rückwand durch die Saalempore eingenommen. Demselben liegen an die von außen direkt zugänglichen Garderoben, sowie Erfrischungs- und Buffeträume. Das Obergeschoss enthält den in seinen Ausmaßen zwar bescheidenen, aber künstlerisch allgemein ansprechenden protestantischen Betsaal (50 Sitzplätze), ferner das Musik- und Probezimmer und die belletristische Bibliothek.“

Neben musikalischen und Theateraufführungen gehörten schon sehr früh auch Kinovorstellungen dazu; 1913 wurden bereits vier Stummfilme vorgeführt. Zum 1. Januar 1931 verlor die Anstalt Haar ihre Selbständigkeit. Sie wurde – vorwiegend aus Kostengründen – mit ihrer Schwesteranstalt Eglfing zur nunmehr so benannten Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar zusammengelegt.

Im weiteren Verlauf der Dreißiger Jahre scheint es aus finanziellen Motiven heraus zu einer Reduzierung der stattfindenden Veranstaltungen gekommen zu sein. Seit Kriegsbeginn hatte das Gesellschaftshaus in Haar seine ursprüngliche Funktion gänzlich verloren. Wie das Räume zu dieser Zeit aussahen und genutzt wurden, ist nicht zu sagen. Weiterhin benutzt werden konnte vermutlich lediglich der Betsaal im I. Stock, die restlichen Räumlichkeiten dürften eingemottet worden sein.

Abgesehen von den noch stattfindenden Weihnachtsfeiern und dem Betsaal dürfte das Gesellschaftshaus zwischen Herbst 1939 und 1943 unbenutzt gewesen sein. Das änderte sich erst im Sommer 1943: Patienten der Anstalt Dortmund-Aplerbeck wurden nach Eglfing-Haar verlegt. Diese Patienten wurden in Notbetten im Festsaal des Gesellschaftshauses untergebracht, ehe sie auf andere Abteilungen verlegt werden konnten.

 

Startseite