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Anna-Funk-Ensemble: Jedermann

Schauspiel

Beginn: Sa, 12.01.2019, 19:00 Uhr

 

1.) Zum Inhalt

Die Zeitlosigkeit des hundert Jahre alten Stücks vom Leben und Sterben des reichen Mannes zeigt sich nicht nur daran, dass es alljährlich im Rahmen der Salzburger Festspiele gezeigt wird, sondern liegt vor allem im Inhalt verborgen:
Einem Menschen in unserer westlichen und auch von der christlichen Kultur und Historie geprägten Welt, in unserem Jetzt und Hier, dem es materiell gut geht und der sich nicht mehr aber auch nicht weniger um seine Mitmenschen und Umwelt schert als andere, wird die Frage nach seiner Verantwortung gegenüber den anderen gestellt.
Wozu ist der Einzelne verpflichtet? Ist er überhaupt verpflichtet? Gegenüber all denen, denen es schlechter geht? Zu welchem Maß ist er verpflichtet? Sind wir verantwortlich für das Leid anderer? Reicht es nicht, nur soviel abzugeben, dass man es eben nicht selber spürt und dass die Kluft eben nicht kleiner wird zwischen uns und den "Armen"? Denn dann würde es einem ja selber auch tatsächlich schlechter gehen! Ist der moderne westliche Mensch noch mehr verpflichtet, wenn er sich als Christ bezeichnet? Oder spielt das für uns Menschen von Welt keine Rolle (mehr)? Und was ist überhaupt mit Gott? Schaut Gott auf so was, wenn es ihn denn gibt? Geht es nach dem Leben weiter? Welche Rolle spielt dabei unser Glaube? Wie sollen wir uns denn überhaupt verhalten, wenn wir gute Menschen sein wollen? Kann man ein guter Mensch sein und trotzdem noch ein wirklich gutes Leben haben?
Fragen, die jedermann betreffen und vor denen auch manch einer gerne die Augen verschließt.

2.) Die Truppe

Anna Funk, aufgewachsen in Ihrlerstein, wohnhaft in München (mehr unter www.anna-funk.de), zuletzt mit ihrer Produktion „Dreiklang“ im Raum Regensburg und München unterwegs, hat ihre Truppe aus Kollegen verschiedener Schauspielproduktionen zusammengesucht. Ulrike Dostal, Darstellerin am Gärtnerplatztheater spielt die Hauptrolle der Anastasia Jedermann, Cati Wolf, Schauspielerin am Gallitheater München gibt die Gesellin, Tim Proetel, Gründungsmitglied der Improtheatergruppe Fastfood, Kunstlehrer und Leiter der Theatergruppe des Gymnasiums Ottobrunn übernimmt die transzendenten Rollen von Gott, Tod und Teufel. Der Glaube wird von Sophie Kirchner, ehemaliger Leiterin des Münchner Medizinertheaters, verkörpert. Die Schauspielschulabsolventin Alex Bauer steht als dicker Vetter auf der Bühne. Die Darsteller Marcel Güds, Lucia von Damnitz und Philipp Andriotis sind zugleich Musiker. Heinrich Gmeiner, Wirtssohn und Diplomingenieur aus der Oberpfalz, gibt sein Bühnendebüt als Schuldknecht.

3.) Die Inszenierung

 Sie hält sich an den Originaltext und ändert wenig an den Personen, taucht das Geschehen jedoch in heutiges Kolorit. So gibt es nur eine DIE Jedermann, die sich einen jungen Buhlen hält, der auf ihre Kosten sein Künstlerwesen zelebriert. Ihre beste Gesellin ist ein material It-Girl aus der Maximilanstraße, ihre Nachbarin eine abgestürzte Prostituierte aus Osteuropa und ihr Schuldner ein insolventer Steinmetz von Oberpfälzer Granit, der wegen seiner tschechischen Arbeiter beim Bau des Swimmingpools für den Lustgarten der Jedermann auf der Baustelle verhaftet wird. Die familiären Bindungen bestehen zwar, sind jedoch fragwürdig: da gibt es eine Vater-Mutter, die wie aus der Ferne herumpoltert und auch die anderen Verwandten sind skurrile Gestalten, mit denen man eher weniger zu tun haben möchte, 

Da ist kein Wunder, dass sich diese junge kluge Frau, Mitte dreißig, ledig und kinderlos, irgendwann die Frage nach ihrer Verantwortung und ihrem Lebenssinn stellt.

Diese Midlifecrisis führt bishin zu Wahnvorstellungen und Todesängsten. Der Frage nach den Prioritäten im Leben wird die Jedermann sich stellen und sich neu sortieren und organisieren, wenn sie wieder ein zufriedener Mensch sein will. In ihrer psychoseähnlichen Krise wirft sie nun alles in die Wagschale, hadert mit ihrem bisherigen Leben, ihren Bindungen, ihren Taten und auch mit Gott. Am Ende jedoch findet sie geläutert wieder zu sich selbst und auch Halt in Gott. 

"Ein großartiger Abend mit herausragenden Schauspielern" (MZ; 15.2.15)

Ticketpreise: 23,50 €,/ 20,00 € / 17,00 €

Tickets HIER

 

 

 

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